Über mich


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Juli 2021

September 2021



Mein Name ist Franziska - der Name, den mir meine tollen Eltern gegeben hätten, wenn ich als Mädchen zur Welt gekommen wäre.

Da dies nicht passierte, war ich für die ersten drei Jahrzehnte der Andreas.

In dieser Zeit gründete ich eine Familie (Heirat, drei Kinder, Rennmäuse, keinen Hund, keine Katze, nur ein Auto), kaufte ein Haus, und machte Karriere (als Ingenieurin, Projektleiterin, Teamleiterin).

Ich hatte aber permanent, etwa seit dem Alter zwischen 12 und 14 Jahren, das Gefühl, dass irgendwas einfach nicht in Ordnung war. Egal wo, wann, und mit wem - irgendetwas stimmte einfach nicht. Ich wusste, dass dies nicht etwa an anderen Menschen lag, sondern an mir. Aber was? Keine Ahnung!

Dies führte dann auch zu vielen Problemen - bewusst und unbewusst.

Dann kam das Jahr 2020. Innerhalb von 7 Monaten ging es richtig rund! Auf und ab, vorwärts und rückwärts - und auch seitwärts!

Burnout. Depressionen. Angst- und Panikstörung. Suizidalität. Asperger-Diagnose. Erkenntnis, dass ich trans bin, in meinem Fall also eine trans Frau.

Da wurde mir klar, was all die Zeit los war. Und dass es mir eigentlich permanent schlecht ging, ohne es zu realisieren.

Dann kamen die Veränderungen.

Die Familienkonfiguration, meine Präsentation als das wahre Ich, Veränderungen bei der Arbeit.

Grosse Schwierigkeiten für mich und andere Menschen, aber almählich bekommen wir das in den Griff.

Aber auch wenn es nach all den Dingen noch lange dauern wird, bis wieder so etwas wie eine "Normalität" besteht - das Leben geht weiter! Für alle!

Ich lebe jetzt als Frau - zu 100%, offen, selbstsicher, authentisch. Weil ich das im Innern schon immer war.

Es war das Äussere und die Erwartungen anderer, welche nicht zu mir passte.

Man könnte denken, dass es "eine Entscheidung" war, ob ich als Frau (mein authentisches Ich) oder weiterhin als Mann (eine Maskerade) lebe.

Ich wünschte mir, es wäre so einfach. So einfach, wie die Entscheidung, wo man nächsten Sommer in die Ferien geht.

Aber es ist eben keine Entscheidung - sondern Selbsterhalt und Suizidprävention.

Und es ist eben so, dass ein "weiter wie bisher" langfristig für alle schlimmer gewesen wäre.

Es gilt auch zu bedenken, dass sich niemand frewillig für etwas entscheiden würde, welches ihr/ihm massive Veränderungen und/oder Schwierigkeiten bereiten würde.

Familiär, sozial, gesellschaftlich, beruflich, finanziell, evtl. gar medizinisch. D.h.: alle Aspekte des Lebens.

Wichtig ist, dass ich weiterhin ein Teil meiner Familie bin, für sie da sein kann, und sie unterstütze.

Das ist nicht nur Müssen, sondern vor allem ein Wollen!


Ich höre immer wieder, wie stark und mutig ich sei. Ja, das mag sein.

Aber Tatsache ist auch, dass man so etwas, mit solch einem Ergebnis, unmöglich alleine schaffen kann!

Ohne meine Eltern, Familie, Freund:innen, Fachpersonen, die LGBTQIA+ Community und Arbeitgeber wäre es nicht möglich gewesen.

Ich werde mich in meinem Blog ärgern und über negative Dinge schreiben. Dinge wie Intoleranz, Marginalisierung und eigene Schwierigkeiten. Vor allem zu den Themen Transgender, LGBTQIA+ und Neurodivergenz. Aber auch über positives und fortschrittliches. Letztere Dinge werden heutzutage, meiner Meinung nach, einfach zu wenig kommuniziert - das Negative scheint für viele irgendwie interessanter, präsenter und wichtiger zu sein.

Auch ich werde mich dieser Tendenz, vor allem negative Dinge anzusprechen, nicht entziehen können. Es geht ja auch darum, Bewusstsein und Akzeptanz zu schaffen.

Dabei werde ich nicht vergessen, dass ich dennoch in einer Gesellschaft lebe, welche grundsätzlich offen und frei ist. Und in der ich mich nicht per-se um meine Sicherheit (im Sinne von "ich werde wegen meines Ich-seins nicht getötet") oder meine Gesundheit sorgen machen muss. Ich bezeichne es als Privileg, welches ich zu schätzen weiss und mit dem ich nicht leichtfertig umgehe!


Was gibt es sonst noch über mich zu sagen?

Meine Hobbys sind jetzt nicht so spektakulär, dass ich hier viel dazu schreiben könnte.

Familie, Lesen, Schreiben von Geschichten/Fiction, eigene Softwareprojekte, dieser Blog, LGBTQIA+ Community.

Beruflich bin ich Senior Software Engineer in der Medizinaltechnik.

Durch diverse Schwierigkeiten, dem Autismus geschuldet, habe ich realisiert, dass Projekt- oder Teamleiterin nicht "mein Ding" ist - nicht mein Ding sein kann. Trotz jahrelanger Erfahrung in mehreren Firmen, kam ich zum Schluss, dass ich anderes doch besser kann: die eigentliche Softwareentwicklung. Weg von der Führungsrolle wieder zurück zur Fachrolle, welche ich zum Glück nie gänzlich verlassen habe.


Die Motivation, diesen Blog zu schreiben, habe ich in meinem ersten Beitrag zu beschreiben versucht.

Mein Schreibstil wird höflich, aber sehr bestimmt sein.

Ich sehe von persönlichen Angriffen, Beleidigungen und Abwertungen ab (ich hoffe, dies gelingt mir!).

Ansonsten werde ich mich aber weder in Themen- noch Wortwahl in meiner Meinungsäusserungsfreiheit einschränken lassen und werde auch oft meine persönlichen Meinungen, Eindrücke und Wahrnehmungen kundtun.

Ob ich denke, dass es jemand interessiert, was ich hier schreibe?

Ich muss die Frage gar nicht beantworten, denn es ist mir, aus tiefstem Herzen, wirklich egal.


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Da dies keine kommerzielle Webseite ist, verzichte ich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes auf ein Impressum mit vollem Namen, Kontaktangaben und Adresse. Ich bin vorerst einfach mal "die Franziska" und das muss fürs erste genügen.


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